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Energie aus der Erde kommt in Bewegung

Derzeit produzieren die deutschen Geothermiekraftwerke 32 Megawatt elektrische Energie. Jetzt kommt Bewegung in die Erdwärme. Das italienische Unternehmen Enel Power GmbH hat die Mehrheit (78,6 Prozent) der Erdwärme Oberland übernommen. Durch die Fusion entsteht mit Hochdruck eine Anlage in Weilheim bei München, die satte 26 Megawatt Energie liefert. Das heißt, dass sich auf einen Schlag die verfügbare Energie aus Erdwärme in Deutschland verdoppelt.

Der Baubeginn für das Kraftwerk in Lichtenau soll im Herbst 2017 erfolgen, mit der Inbetriebnahme ist Ende 2018 zu rechnen. Der italienische Energieunternehmer Enel Power GmbH betreibt in Italien 37 Geothermie-Projekte. Durch die hervorragende Lage in der Toskana wird so ein drittel des Strombedarfs gedeckt. Aber auch in Oberbayern sieht der Leiter der Geothermie bei Enel, Massimo Montemaggi, ein großes Potential. So stimme der tiefengeothermische Gradient und die Thermalwassertemperaturen der umliegenden Projekte seien optimal. 

Pro Jahr sollen hier rund 210 Millionen Kilowattstunden erzeugt werden. Das ist genug, um 60.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Mit der Abwärme soll zudem über Fernwärmeleitungen die Heizungen in Weilheim versorgt werden. Über genug Erfahrung verfügen die italienischen Energieprofis: Schon 1904 wurden Experimente mit der Erdwärme erfolgreich abgeschlossen und der Grundstein für den Bereich Geothermie gelegt.

Dass Deutschland ausgerechnet aus dem Ausland Hilfestellung bekommt, ist nicht verwunderlich. Mickrige 0,02 Prozent beträgt der Anteil an Geothermie im Energiemix Deutschlands obwohl sich gerade hier beste Bedingungen finden. Gerade das bayerische Molassebecken finden ist prädestiniert für die Nutzung der tiefen Geothermie. Politisch baut Deutschland noch immer auf einen nicht grundlastfähigen Energiemix und achtet nur wenig auf das große Potential aus der Erde.

In Italien wurde die Versorgung aus der Erde immerhin auf zwei Prozent ausgebaut. Mit Erfolg: Im weltweiten Nutzen von Geothermie spielt Deutschland keine Rolle, dafür das Herkunftsland der neuen Partner von Erdwärme Oberland. An der Spitze sind hier die USA mit 3.567 MW pro Jahr gewonnener Energie aus Erdwärme. Auf den Plätzen folgen Philippinen (1.868 MW),  Indonesien (1.450 MW). Italien liegt auf Rang 5 des weltweiten Vergleichs mit 944 MW.

Wesentliche Fakten

Anzahl Bohrungen: Bis zu 6


Anzahl Bohrplätze: 2

Vertikale Bohrtiefe: ca. 4.100 Meter


Bohrstrecke: ca. 5.300 Meter


Erwartete Schüttung pro Bohrung: bis zu 200 Liter pro Sekunde


Erwartete Temperatur: ca. 141°C


Elektrische Leistung: bis zu 26 MW


Stromerzeugung: bis zu 210 Mio. kWh/a (entspricht dem Bedarf von rund 60.000 Haushalten)


Kraftwerkstechnologie: luftgekühlter Organic-Rankine Cycle (ORC)

Quellen:

http://www.tiefegeothermie.de/news/weilheim-enel-investiert-in-oberbayern

https://www.merkur.de/lokales/weilheim/geothermie-enel-will-lichtenau-bohren-6036199.html

http://www.natur-strom.info/oekostrom/baubeginn-2017-enel-errichtet-neues-geothermiekraftwerk-bei-muenchen

https://www.welt.de/wirtschaft/article150941411/Der-kluegste-Oekostrom-entsteht-durch-Waerme-aus-der-Erde.html

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage von Erdwärme Oberland: http://erdwaerme-oberland.de/

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